Gespräch mit Hermann Scheer

Atom oder Sonne: Wer strahlt besser?

Hermann Scheer

Geboren am 29. April 1944 in Wehrheim machte Hermann Scheer 1964 das Abitur in Berlin. 1964 bis 1972 war er bei der Bundeswehr Soldat auf Zeit und wurde zum Leutnant befördert. Von 1967 bis 1972 absolvierte er ein Studium der Wirtschafts- und Rechtswissenschaften sowie der Politikwissenschaft an der Universität Heidelberg und der Freien Universität Berlin.

Seit 1965 war er Mitglied der SPD und von 1993 bis zum November 2009 Mitglied des SPD-Bundesvorstandes. Ab 1980 war er Mitglied im Deutschen Bundestag. Er war seit 1970 verheiratet und hatte ein Kind. Hermann Scheer war außerdem Präsident der europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energie EUROSOLAR und Vorsitzender des Weltrats für Erneuerbare Energie. Er erhielt zahlreiche Preise, unter anderem 1998 den Weltsolarpreis, 1999 den Alternativen Nobelpreis, 2000 den Weltpreis für BioEnergie, 2004 den Weltpreis für Windenergie und 2005 den Solar World Einstein Preis.

Hermann Scheer verstarb am 14. Oktober 2010 in Berlin.

Das Plakat

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Eintrag im Goldenen Buch

"Wende dein Gesicht der Sonne zu und du lässt den Schatten hinter dir!" (afrikanische Volksweisheit) Deshalb: In den nächsten 30 Jahren müssen wir es geschafft haben, Atomenergie, Kohle, Erdöl überflüssig zu machen. Auf euch kommt es dabei entscheidend an!
Hermann Scheer(11.03.2010)

YouTube-Videos der Veranstaltung

Fotogalerie

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Pressestimmen

Sindelfinger/Böblinger Zeitung: 12.03.2010, von Anja Kienle

Klimakatastrophe jetzt verhindern

Der Londoner „Guardian” hält ihn für einen der wenigen Menschen, der eine internationale Klimakatastrophe noch verhindern könne. Grund genug für die beiden Goldberg-Gymnasiasten Felix Günther und Franziska Rau, den Träger des alternativen Nobelpreises und Abgeordneten im Bundestag Hermann Scheer zum Thema „Sonne statt Atom?” zu befragen.

Der Wechsel von Atomkraft zu erneuerbaren Energien, dafür kämpft Hermann Scheer schon lange. 1988 war er Mitbegründer der gemeinnützigen Vereinigung „Eurosolar”, deren Präsident er heute ist. Die Kürzung der Förderung von Fotovoltaikanlagen hält der Bundestagsabgeordnete für einen Fehler der Bundesregierung. „Die Einspeisevergütung, die Kleinkunden beim Betreiben einer Fotovoltaikanlage zwanzig Jahre lang erhalten, soll bis zum nächsten Januar um 36 Prozent sinken. Für Neukunden lohnt sich eine Anschaffung bei dieser geringen Vergütung nicht mehr, was den Zusammenbruch der Fotovoltaikhersteller bedeuten kann.”

Keine guten Voraussetzungen

Als Alternative zur Atomenergie soll die Windkraftnutzung ausgebaut werden. Problem in Deutschland ist hierbei, dass die Landesregierungen die Genehmigungen für Windkraftanlagen ausstellen muss. „In Baden-Württemberg sind wegen des Landschaftsbildes 99,8 Prozent von der Bebauung mit Windkraftanlagen ausgeschlossen”, sagt Hermann Scheer. Das seien keine guten Voraussetzungen für einen vollständigen Atomausstieg.

Auf die Frage, ob Atomenergie nicht doch sinnvoll sei, antwortete der Träger des alternativen Nobelpreises: „Die Halbwertszeit von Atommüll beträgt einhunderttausend Jahre. Eine sichere Lagerung über solange Zeit ist schlicht unmöglich.”

Die Ergebnisse des Weltklimagipfels in Kopenhagen Ende vergangenen Jahres fasste Hermann Scheer knapp zusammen: „Es gibt keine. Durch den Handel mit Emissionsrechten können viele Länder sich die Erlaubnis für mehr Schadstoffausstoß von anderen Nationen erkaufen.” Das Ergebnis des Gipfels sei ein Minimalkompromiss, der dem Klima kaum weiterhelfen kann.

Dezentrale Lösungen statt Monopole

„Die Zukunft der Energieversorgung darf man nicht in den Händen der großen Strom- und Energieanbieter lassen, die ihre Monopolstellung halten wollen”, forderte der Bundestagsabgeordnete. Eine Dezentralisierung, also Verteilung auf viele kleine Konzerne und Anlagen, könne den Ausbau von erneuerbaren Energien verbessern. Einen Ausblick in die Zukunft konnte Hermann Scheer nicht geben, aber „wenn alle an einem Strang ziehen, könnten wir in zehn bis fünfzehn Jahren vollständig von den fossilen Energieträgern abgelöst sein.”

Dr. Harald Braun Dr. Helmut Ranacher Dr. Herbert Honsowitz
Berthold Huber Hans-Werner Busch Andreas von Buelow
Goldberg aktuell-Logo
Klaus Pflieger Clemens Binninger Dr. Joachim Walter
Daoud Nassar Heinz Fromm Uwe Hück
Jürgen Rose Dr. Dieter Hundt Berthold Huber
Alexander Smoltczyk Beate Bube Hartmut von Hentig
Dr. Rüdiger Grube Boris Palmer Martin Schulz
Rudolf Dreßler Hermann Scheer Peter Bofinger
Oswald Metzger Jens Lehmann Rudolf Bosch
Volker Schebesta Mordechai Ciechanower Wolfgang Welsch
Marianne Birthler Sylvia Kotting-Uhl Hans Joseph Zimmer
Cacau Herbert Honsowitz Gabriele Warminski-Leitheußer
Dr. Volker Kefer Winfried Hermann Winfried Kretschmann

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