Streitgespräch zwischen Sylvia Kotting-Uhl und Dr. Hans-Josef Zimmer


Brücke in die Ewigkeit!?

Hans-Josef Zimmer

Bild: Dr. Zimmer Bild: Kotting-uhl

Sylvia Kotting-Uhl

Dr. Hans-Josef Zimmer wurde 1958 in Merzig bei Saarbrücken geboren und studierte Maschinenbau in Aachen. Nach seinem Diplom arbeitete er am Kernforschungszentrum Karlsruhe und am Electric Power Research Institut, Palo Alto nahe San Francisco.

Seit 1989 ist er Mitglied des EnBW-Konzerns. Er wechselte 1998 zum Kernkraftwerk Philippsburg und übernahm dort 2000 die Leitung. Seit 17. November 2007 ist er Vorsitzender der EnBW Kernkraft GmbH und seit dem 26. November 2007 der EnBW Kraftwerke AG. Dr. Zimmer wurde außerdem mit Wirkung zum 1. Oktober 2007 zum Technikvorstand des Konzerns bestellt.

2010 verließ Dr. Zimmer den Vorstand das Konzerns und wurde Generalbevollmächtigter für Technik

Sylvia Kotting-Uhl wurde am am 29. Dezember 1952 in Karlsruhe geboren. Sie machte Abitur und studierte Kunstgeschichte Germanistik, Anglistik und an den Universitäten Heidelberg, Edinburgh und Saragossa. Danach wurde sie Dramaturgin bei der Badischen Landesbühne. Außerdem arbeitet sie als Dozentin bei freien Bildungsträgern.

Seit 2005 ist Frau Kotting-Uhl Bundestagsabgeordnete bei der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, bei der sie 1989 Mitglied wurde. Sie war 1995 bis 1999 und 2001 bis 2003 Mitglied im Landesvorstand Baden-Württemberg, und ist seit 2003 Landesvorsitzende. Sie ist außerdem Mitglied bei BUND.

Das Plakat

Plakat:Kotting-Uhl - Zimmer

Einträge im Goldenen Buch

Alles verändert und entwickelt sich - nicht nur die Möglichkeiten bei der Energieversorgung,auch Schule!
Was für ein Gewinn für unsere Gesellschaft, solches Engagement an unseren Schulen - oder an dieser Schule!
Vielen Dank für die professionelle Moderation von Melanie und Johannes und die offensichtlich umfassende Vorbereitung.
Das Modell muss Schule machen.

Sylvia Kotting-Uhl(15.11.2010)

Vielen Dank dem Goldberg-Gymnasium für diese hervorragende Veranstaltung. Offenheit in der Diskussion, Demokratieverständnis und Streitkultur wurden aufs Trefflichste gefördert und gefordert.
Ich wünsche Ihnen weitere spannende Abende und hochinteressante Themen, die das Wissen unserer Managerinnen und Managern von morgen fördern.

Hans Josef Zimmer(15.11.2010)

YouTube-Videos der Veranstaltung

Fotogalerie

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Pressestimmen

Anja Tröster, Stuttgarter Zeitung vom 17.11.2010

Eine Politik gegen den Willen der Mehrheit

Sindelfingen Die Schüler haben am Goldberg-Gymnasium vor vollem Haus eine Runde zur Atompolitik moderiert.

Sylvia Kotting-Uhl, die atompolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, hält den neuen Kurs der Regierungskoalition für völlig verkehrt. "Wir haben schon Tage gehabt, an denen wir das Netz allein mit erneuerbarer Energie hätten versorgen können", sagte sie. Aber weil Atomkraftwerke nie ganz abgeschaltet werden könnten, würden sie die grüne Energie verdrängen. "Windräder stehen oft still, weil zu viel Wind ist - nicht zu wenig", betonte sie.

Führt die Entscheidung der Bundesregierung, die Laufzeiten der Kernkraftwerke zu verlängern, in eine Sackgasse? Oder ist es womöglich richtig, eine pragmatische Brücke in eine Zukunft ohne Atomstrom zu bauen? Mit ihren Fragen haben die Sindelfinger Schüler-Moderatoren Melanie Renz und Johannes Klug ihre Gäste am Montagabend im Goldberg-Gymnasium richtig in Fahrt gebracht.

Hans-Josef Zimmer, der Technikgeneralbevollmächtigte beim Energieversorger und Atomkraftwerkbetreiber EnBW, will aber zumindest vorläufig auf Kernkraftwerke nicht verzichten. Zum einen, weil sie Strom produzieren, ohne dass gleichzeitig CO2 in die Atmosphäre abgegeben wird. Und zum anderen, weil sie seiner Ansicht nach effizient und vor allem flexibel sind. Laut einer Studie der Technischen Hochschule Aachen zum Netz, sagte er, ergänzten die Kernkraftwerke im Süden die Windkraftwerke im Norden ideal. "In der Welt einer Stromversorgung mit hundert Prozent erneuerbarer Energien sind wir noch nicht angekommen", warnte er.

Einig waren sich die beiden Kontrahenten zumindest in einem Punkt: Dringend nötig wäre zunächst, sowohl das Netz als auch die Speicher auszubauen. Denn es fehle vor allem an der Kapazität, Strom langfristig zu speichern, sagte Zimmer. Bislang würden die Unternehmen beim Versuch, das Netz auszubauen, aber stets auf Widerstand in der Bevölkerung stoßen.

Die Stadtwerke Schwäbisch Hall wollen nun wohl auf europäischer Ebene gegen das neue Gesetz klagen. Den Schülermoderatoren zufolge macht deren Geschäftsführer eine Wettbewerbsverzerrung geltend. Kotting-Uhl räumte dieser Argumentation Chancen ein: "Es widerspricht der Marktwirtschaft, dass man die Macht von wenigen zementiert, anstatt viele zu fördern."

"Darf man eine Politik gegen die Mehrheit betreiben?", fragte der Moderator Johannes Klug den EnBW-Manager kokett. Denn laut einer Umfrage aus dem vergangenen Jahr hatten sich damals 35 Prozent der Deutschen gegen ein Gesetz wie das von der Regierung kürzlich beschlossene ausgesprochen, deutlich weniger waren dafür. "Die Parteien haben klar gesagt, was sie machen, wenn sie gewählt werden", erwiderte Zimmer. "Die Regierungskoalition ist nicht deshalb gewählt worden, sondern wegen des Versprechens, Steuern zu senken", konterte Kotting-Uhl.

Die Abgeordnete riet Zimmer, sich für ein zweites Zwiegespräch zu rüsten: "Denn Sie wissen, wer von 2013 regieren wird", erklärte sie selbstbewusst. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", sagte Zimmer lächelnd.

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