Gespräch mit Uli Hoeneß

Uli Hoeneß

Uli Hoeneß polarisiert wie kaum ein anderer. Bei „Goldberg Aktuell” spricht er über seinen kometenhaften Aufstieg und seinen zweite Karriere beim FC Bayern.

  • Wie hat sich der Fußball seit seiner aktiven Zeit entwickelt?
  • Kann er sich vom „System Abramowitsch” freimachen?
  • 20-jährige Millionäre als Idol für Millionen: Kann das gut gehen?
  • Wie geht es nach der Ära Hoeneß weiter?

Michael Kuckenburg persönlich, der den Seminarkurs "Goldberg Aktuell" seit mehr als 10 Jahren leitet, hat Uli Hoeneß befragt.

Das Plakat

hoeness

YouTube-Videos der Veranstaltung

Coming soon!

Eintrag im Goldenen Buch

Ich freue mich sehr, dass ich zur 100. Veranstaltung eingeladen wurde.
Es hat mir wieder viel Spaß gemacht!

Uli Hoeneß
(8.2.2012)

Fotogalerie

Bilder:hoeness1 Bilder:hoeness1
Bilder:hoeness1 Bilder:hoeness1
Bilder:hoeness1 Bilder:hoeness1
Bilder:hoeness1 Bilder:hoeness1
Bilder:hoeness1 Bilder:hoeness1

Pressestimmen

Kreiszeitung: 9.2.2012, Sandra Funk

Streitbar und trotzdem gut für leise Töne

Als Fußballer hat er alles erreicht, als Manager sowieso, jetzt möchte Uli Hoeneß als Präsident des Bayern München den Weg für die jüngere Generation ebnen. Hitzige Diskussionen führt der 60-Jährige noch immer, bei der letzten Auflage von „Goldberg Aktuell” gestern gab sich der gebürtige Ulmer jedoch ganz handzahm.

SINDELFINGEN. Wer Uli Hoeneß während der Mitgliederversammlung des FC Bayern München vor fünf Jahren bei seiner Verbal- attacke auf die eigenen Fans gesehen hat, war vielleicht ein wenig enttäuscht von dem sonst oft so aufbrausenden Mann, der mit rund 20-minütiger Verspätung fröhlich wip- penden Schrittes die Aula des Goldberg- gymnasiums betrat. War es einfach gute Laune oder doch die Nervosität vor dem wichtigen Pokalspiel gegen den VfB Stutt- gart? Wer weiß, doch dafür kamen gestern umso mehr die leisen Töne zum Vorschein.

Dass das Pokalspiel für die Bayern einen riesigen Stellenwert hatte, wusste Inter- viewer Michael Kuckenburg ganz gut aus Hoeneß herauszukitzeln. „Sportlich läuft es ja gerade nicht so gut”, fing der Lehrer unter heiterem Gelächter aus dem Publikum an. „Vor zwei Monaten wart ihr noch mit sechs Punkten Vorsprung Tabellenführer, jetzt seid ihr zwei Punkte hintendran.” Hoe- neß war gar nicht zum Lachen zumute. „Wir sind im Moment nicht zufrieden, deshalb hoffe ich, dass so ein Pokalspiel oder auch das Champions League-Spiel gegen Basel in zwei Wochen die Wende bringen kann.” Apropos internationales Geschäft: Als Mi- chael Kuckenburg nach dem Preis-Lei- stungs-Verhältnis der Mannschaft fragte, der Wert des Bayern-Kaders liege bei 335 Millionen, der des Dortmunders bei 170, kam doch ein wenig Fahrt in den gebürtigen Ulmer: „Jetzt malen wir mal den Teufel nicht an die Wand. Wenn wir so sang- und klanglos aus der Champions League ausge- schieden wären wie Dortmund, wäre aber was los gewesen in München.”

Ganz bestimmt, haben doch die Bayern auch schon schlechte Erfahrungen mit ihren Fans gemacht, zuletzt hing ein Transparent mit der Aufschrift „Hoeneß Du Lügner” im Stadion. „Das hat mich sehr getroffen”, meinte der 60-Jährige zur Aktion der „Hardcore-Fans”, die sich darüber aufreg- ten, dass der FC dem Stadtrivalen 1860 immer wieder hilft. „Wenn einer am Boden liegt, trete ich nicht auch noch drauf”, er- klärte Hoeneß. Ohnehin wies Kuckenburg immer wieder auf die soziale Ader des Club- Präsidenten hin, der mit dem FC in den ver- gangenen Jahren etlichen, finanziell in Schieflage geratenen Vereinen geholfen hat. Einiges habe er von den Eltern mitbekom- men, die als Handwerker alles dafür getan haben, dass beide Söhne studieren konnten. „Ich habe viel mit Ellenbogen gearbeitet, aber irgendwann auch gelernt, dass man als Starker auch helfen kann und sein Kapital für die Kleinen einsetzen sollte”, erklärte Hoeneß unter lautem Applaus. So geschehen auch 1982 nach dem tragischen Busunglück im Pfäffikon, als 39 Mitglieder des TSV Schönaich ums Leben kamen. „Da haben wir schnell und unbürokratisch geholfen.”

„Für die Politik bin ich viel zu ungeduldig”

Doch soziale Ader hin oder her, „der FC Bayern ist der beliebteste, und der unbelieb- teste Verein”, warf Kuckenburg in die Run- de, während beispielsweise der FC Barce- lone ein tolleres Image habe. „Die haben sich das hart erarbeitet, die sind super. Nur haben die 400 Millionen Euro Schulden und der FC Bayern München hat 150 Millionen auf dem Festgeldkonto”, rechnete Hoeneß vor. Dass er eigentlich ein waschechter Schwabe ist und das Geld zusammenhält, kann und will er gar nicht verleugnen. Auch, dass er keine graue Maus sein will. „Ich polarisiere bewusst. Wir erziehen unsere Spieler dazu, Ecken und Kanten zu haben.” Dass er die auch selbst hat, beweist er oft genug. „Viele Leute im Umfeld der Fifa sind korrupt und nehmen Geld für ihre Stimme. So lange ich lebe, werde ich den Finger in diese Wunde legen”, versprach der 60-Jäh- rige. Ob denn der Franz Beckenbauer von den Sitzungen des Exekutivkomitees nicht so einiges erzählt habe, fragte Michael Kuckenburg. „Nein, darüber hat er nicht so viel gesprochen, die waren nicht so inhalts- reich”, meinte Hoeneß süffisant. „DFB-Prä- sident Theo Zwanziger wird da wohl auch überstimmt und passt sich an”, so Hoeneß.

Doch nicht nur über Fußball wurde ge- plaudert bei der letzten Ausgabe von „Gold- berg Aktuell”. „Könntest Du Dir nicht vor- stellen, in die Politik zu gehen?”, fragte Mi- chael Kuckenburg, der in der Jugend einst mit Uli Hoeneß in Ulm gemeinsam gegen den Ball getreten hat. „Dafür bin ich viel zu ungeduldig. Dafür sage ich der Bundeskanz- lerin immer wenn ich sie sehe meine Mei- nung. Sie ist im Übrigen mit Schäuble und Obama die einzige, die begriffen hat, dass Spekulationen auf Nahrungsmittel gestoppt werden müssen. Ich bin für die Trans- aktionssteuer”, hält Hoeneß mit seiner Mei- nung nicht hinter dem Berg. Dafür ist er be- kannt, dafür lieben ihn seine Fans, und auch die proppenvolle Aula des Goldberggymna- siums war von dem 60-Jährigen begeistert. Ob sein Tipp auf einen 3:1-Sieg der Bayern im Pokalspiel richtig sein würde, konnte er da noch nicht wissen, ein wenig neidisch war er dennoch auf den VfB: „Die verdienen jedenfalls heute Abend 1,5 Millionen Euro.”

Dr. Harald Braun Dr. Helmut Ranacher Dr. Herbert Honsowitz
Berthold Huber Hans-Werner Busch Andreas von Buelow
Goldberg aktuell-Logo
Klaus Pflieger Clemens Binninger Dr. Joachim Walter
Daoud Nassar Heinz Fromm Uwe Hück
Jürgen Rose Dr. Dieter Hundt Berthold Huber
Alexander Smoltczyk Beate Bube Hartmut von Hentig
Dr. Rüdiger Grube Boris Palmer Martin Schulz
Rudolf Dreßler Hermann Scheer Peter Bofinger
Oswald Metzger Jens Lehmann Rudolf Bosch
Volker Schebesta Mordechai Ciechanower Wolfgang Welsch
Marianne Birthler Sylvia Kotting-Uhl Hans Joseph Zimmer
Cacau Herbert Honsowitz Gabriele Warminski-Leitheußer
Dr. Volker Kefer Winfried Hermann Winfried Kretschmann

Wir danken herzlich für die Unterstützung bei unseren Plakaten!