Gespräch mit Claudemir Jeronimo Barreto - Cacau

Tor zum Himmel

Cacau

Das Plakat

Plakat:Cacau

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Eintrag im Goldenen Buch

Liebes Goldberg-Gymnasium, vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich sehr, ein bisschen von meiner Geschichte zu erzählen.
Es wurde alles sehr toll organisiert - danke dafür!

Liebe Grüße
Cacau(25.11.2010)

Fotogalerie

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Pressestimmen

Sindelfinger/Böblinger Zeitung: 26.11.2010 - Von Philipp Gerber

Nachrichten mit Cacaudemir Barreto

Namen sind Nachrichten. Heißt ein beliebter Slogan, mit dem nicht nur die Journaille ihren Boulevard pflastert. Auch seriöse Medien – wie das vorliegende – arbeiten mit Menschen und den sie prägenden Bezeichnungen. Was das betrifft, ist der Gast der Gesprächsreihe „Goldberg aktuell” am gleichnamigen Sindelfinger Gymnasium eine wahre Ode an die Nachrichten. Eine Nachricht schlechthin. Sie heißt mal Helmut – vor allem bei den Kollegen. Sie heißt mal Claudemir Jeronimo Barreto – vor allem bei den Behörden. Doch im Grunde heißt sie für alle einfach: Cacau.

Frisch geduscht nach dem Vormittags-Training ist der Angestellte des VfB Stuttgart von der großen in die kleine Daimlerstadt gedüst. Mit T-Shirt, Jeans und Turnschuhen sitzt der Fußball-Star, in Personalunion noch Nationalspieler, vor rund 250 gespannten Flitzebögen. Die meisten von ihnen sind Schüler und Lehrer. Und die erleben einen Typen, der – und das ist die Nachricht hinter dem Namen – so einfach und authentisch ist, wie er heißt: Cacau. Sofort nennt er das Publikum „euch”. Auch dass seine beiden Interview-Partner Pia Limmeroth und Meike Meyer vom Seminarkurs „Goldberg aktuell”, die mit ihren Mitschülern den Plausch nach dem Mittagessen organisiert haben, irritiert den Brasilianer, der seit 2009 zusätzlich einen deutschen Pass hat, nicht.

Wortgewandt und stilsicher

Überraschend wortgewandt und stilsicher erzählt der Kicker erst mal, warum die Nachricht heute „Cacau” heißt: „Als Kind habe ich meinen Vornamen Cacaudemir ausgesprochen, weil ich Claudemir nicht konnte. Ich habe das immer wiederholt und seitdem werde ich Cacau genannt.” In Sao Paolo war das. Es war kein schönes Viertel, in dem der Junge mit seinen Brüdern aufwuchs. Die Mutter Putzfrau, der Vater Säufer. „Eine schwierige Kindheit”, sagt der 29-Jährige, der selbst zwei Kinder hat. „Spaß hatte ich nur beim Fußball.” Weil die Mutter verantwortungsvoll ist, kann Cacau lesen und schreiben, wirkt interessiert und gebildet. Und er hat Charme, kann Leute für sich und seine Geschichte(n) einnehmen.

„Könnt ihr euch vorstellen, was da los war?” fragt er ins Publikum, während er das Fußballtraining im heimischen Wohnzimmer schildert. Mit dem kleinen Bruder als Torwart im Schrank, der von den beiden Älteren zugeballert wurde. Er erzählt von seinem Traum: Profifußballer. Von den „schwierigen Zeiten”, als ihn keiner mehr zu brauchen schien. Wie er just in dieser Phase durch seinen Bruder Jesus als seinen Freund kennenlernte und die Bibel lieben. Das gab ihm Kraft, seinen Traum weiter zu leben: „Mein Bruder sagte mir, ich solle nicht alles auf Fußball setzen.” Cacau änderte seine Prioritäten – und wurde belohnt. Zunächst nur mit einem Vertrag bei TürkGücü München. In der fünften Liga. Dann ging es über Nürnberg zum VfB und von dort über die Champions League zur WM.

„Ein Abenteuer war das”, beschreibt Cacau die Anfänge. Als er von seiner damaligen Freundin und heutigen Frau (meine beste Freundin) ins 36 Grad warme Deutschland kam und es toll fand. Dann war Winter. Dann war die Sprache schwierig. Cacau hat sich mit allem arrangiert. Um es mit dem Motto eines großen Baumarktes auszudrücken: Es zu seinem Projekt gemacht. Der Stürmer hat eine Attacke auf die Integration gestartet und sagt heute: „Deutschland hat mich aufgenommen.” „Was geht in Ihnen vor, wenn sie das hören?” fragt Meike Meyer, während die Hymne in der Aula des Goldberg-Gymnasiums läuft. „Eigentlich wollte ich grad mitsingen.” Das sagt der Integrationsbeauftragte des Deutschen Fußball-Bundes. Und noch mehr: „Migranten haben hier die Chance sich zu integrieren. Wenn man will. Die Sprache ist dabei das Wichtigste.”

Die der Spieler sollte vor allem der Trainer sprechen. Im übertragenen Sinn jetzt. Deshalb will Pia Limmeroth noch wissen: „Jede Saison ist gleich. Anfang schlecht. Trainerwechsel. Dann geht es bergauf. Warum?” Cacau: „Ich wäre froh, wenn du mir eine Antwort geben könntest.” Merke: Namen sind Nachrichten. Meistens haben sie auch welche. Aber eben nicht immer. Nicht mal Helmut Claudemir Jeronimo Barreto Cacau.

Weitere Informationen zum Besuch des VfB-Stars finden Sie unter www.cacau.de und www.goldberg-gymnasium.de im Internet.


VfB-News vom 26.11.2010

Gesprächsrunde mit Cacau

Für die Schülerinnen und Schüler des Goldberg-Gymnasiums in Sindelfingen standen heute Mittag nicht etwa Englisch oder Mathe,  sondern eine exklusive Gesprächsrunde mit VfB-Stürmer Cacau auf dem Stundenplan.  Rund 300 begeisterte Schüler, Lehrer und Eltern lauschten in der vollbesetzten Schul-Aula gespannt den Erzählungen des deutschen Nationalspielers und WM-Teilnehmers 2010.

Moderation der Gesprächsrunde von zwei Schülerinnen der Kurstufe 1

Schon als Cacau auf dem Parkplatz vor dem Goldberg-Gymnasium ankam, versammelten sich zahlreiche Schülerinnen und Schüler, um ihr Idol freudig zu begrüßen. Danach ging es erst einmal ins Büro des Schuldirektors Bernhard Kees, wo Cacau bei Tee und Brezeln über aktuelle Fußballthemen plauderte. Mit dabei waren auch der Lehrer Michael Kuckenburg sowie Pia Limmeroth und Maike Meyer. Die beiden Schülerinnen besuchen die Kursstufe 1 (ehemals 12. Klasse) des Gymnasiums und hatten sich bereit erklärt, die Moderation der Gesprächsrunde in der Aula zu übernehmen.

Und diese Aufgabe meisterten sie mit Bravour. Schon nach den ersten Fragen merkte man, dass sich die Schülerinnen sehr gut auf das Interview vorbereitet hatten. "Vorher waren wir natürlich nervös, schließlich kannten wir Cacau nur aus dem Fernsehen. Aber von Anfang an war es eine lockere Unterhaltung und unsere Aufregung war wie weggeflogen", waren sich die beiden Mädchen einig. Während des Gesprächs schafften sie es auf charmante Art und Weise, dem Nationalstürmer so manche private Anekdote zu entlocken. So erzählte Cacau zum Beispiel von seiner Kindheit in Brasilien, seinen Problemen, ein Visum für Deutschland zu bekommen und seiner engen Verbindung zum christlichen Glauben. Bei einigen Antworten brachte Cacau das ganze Publikum zum Lachen. So sagte er zum Beispiel auf die Frage, wie er seine Ankunft in Deutschland empfunden hat: "An meinem ersten Tag in Deutschland war gerade Hochsommer, es war 37 Grad heiß. Da dachte ich mir: Wow, hier ist es ja besser als in Brasilien!" Und als bei einer Frage zur Nationalmannschaft die deutsche Hymne eingespielt wurde, sagte Cacau lachend:

"Eigentlich wollte ich jetzt anfangen zu singen, aber das tue ich euch besser nicht an." Neben diesem eher lockeren Gesprächsteil kamen aber auch ernstere Themen zur Sprache. So erzählte Cacau beim Thema Robert Enke unter anderem davon, dass er seit dem Selbstmord des Torhüters mehr auf das Wohlbefinden seiner Mitspieler achtet und noch häufiger das Gespräch mit seinen Kollegen sucht. Darüber hinaus betonte der gebürtige Brasilianer immer wieder, welch hohen Stellenwert das Thema Integration für ihn hat, und dass er stolz darauf ist, Integrationsbotschafter beim DFB zu sein.

Freude über den Besuch und Lob an die Moderatorinnen

Am Ende des Interviews stellte Cacau sogar unter Beweis, dass entgegen der allgemeinen Annahme, auch Männer das sogenannte "Multitasking" beherrschen können. Der Stürmer vollendete von den Moderatorinnen angefangene Sätze, während er auf der Bühne der Aula gleichzeitig einen Ball mit seinen Füßen jonglierte. Kurz darauf verabschiedete sich der VfB-Profi von den begeisterten Gästen und erntete für seinen Auftritt tosenden Applaus. Und man merkte auch Cacau an, dass ihm der Tag am Goldberg-Gymnasium sichtlich Spaß gemacht hat. "Dieser Besuch hat mir sehr viel Freude bereitet. Und ein ganz großes Kompliment an Pia und Maike, die beiden haben das super gemacht", so Cacau.

Dr. Harald Braun Dr. Helmut Ranacher Dr. Herbert Honsowitz
Berthold Huber Hans-Werner Busch Andreas von Buelow
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Klaus Pflieger Clemens Binninger Dr. Joachim Walter
Daoud Nassar Heinz Fromm Uwe Hück
Jürgen Rose Dr. Dieter Hundt Berthold Huber
Alexander Smoltczyk Beate Bube Hartmut von Hentig
Dr. Rüdiger Grube Boris Palmer Martin Schulz
Rudolf Dreßler Hermann Scheer Peter Bofinger
Oswald Metzger Jens Lehmann Rudolf Bosch
Volker Schebesta Mordechai Ciechanower Wolfgang Welsch
Marianne Birthler Sylvia Kotting-Uhl Hans Joseph Zimmer
Cacau Herbert Honsowitz Gabriele Warminski-Leitheußer
Dr. Volker Kefer Winfried Hermann Winfried Kretschmann

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