Streitgespräch zwischen Clemens Binninger und Dr.Joachim Walter

Jugendgewalt

Clemens
Binninger

Bild:Clemens Binninger Bild:Dr. Joachim Walter

Dr. Joachim
Walter

Clemens Binninger wurde am 24. April 1962 in Bonndorf (Schwarzwald) geboren. Nach seiner Mittleren Reife trat er in den mittleren Dienst der Polizei ein. Er arbeitete sich immer weiter hoch bis er schließlich, nach dem Studium für den höheren Dienst bei der Polizei, als Dozent an der Akademie der Polizei Baden-Württemberg arbeitete. 1999 wechselte er als Referent in das baden-württembergische Innenministerium.
Er ist seit 1998 Mitglied der CDU. 7 Jahre später kommt er als Beisitzer in den Landesvorstand der CDU Baden-Württemberg.
Als direkt gewählter Abgeordneter vom Wahlkreis Böblingen ist Binninger seit 2002 Mitglied im deutschen Bundestag. Dort ist er im Innenausschuss für Terrorbekämpfung, organisierte Kriminalität und Biometrie sowie Luftsicherheit und Fragen des Öffentlichen Dienstes zuständig.

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Pressestimmen

Sindelfinger/Böblinger Zeitung: 02.02.2008 von Nicolas Krischker

Prävention für die ganze Familie

Der CDU/CSU-Bundestagsabgeordnete und Innenexperte Clemens Binninger und der Leiter der Justizvollzugsanstalt Adelsheim, Dr. Joachim Walter stellten sich den Fragen zum Thema "Jugendgewalt"

Die zweite Veranstaltung der neuen Gesprächsreihe "Goldberg Aktuell" des Goldberg-Gymnasiums in Sindelfingen lockte gestern viele Gäste in die Aula. Die Schülerinnen Malin Larsson und Laura Völkle leiteten das Gespräch.

Regeln sollten einen fairen Gesprächsverlauf sichern. Jeder Redner hatte eine feste Redezeit. War diese um, ertönte ein Gong und sein Gegenüber durfte fortfahren. Beide hatten aber Joker in der Hinterhand. Drei Zeitjoker, die ihnen eine zusätzliche Minute Redezeit einbrachten, einen Nachfragejoker und einen Einwurfjoker. Letzterer erlaubte es, einen Kommentar einzubringen, obwohl der Kontrahent gerade am Sprechen war.

Das Publikum durfte sich mit roten und grünen Karten melden, wenn ihnen ein Argument nicht gefiel beziehungsweise voll zugesagt hat.

"Größere Gewaltbereitschaft"

Schon Dr. Joachim Walters Anfangsplädoyer überraschte viele Besucher im Saal. "Die Jugendkriminalität nimmt nicht zu. Auch die der ausländischen Jugendlichen nicht", sagte dieser und berief sich auf Statistiken aus Polizeizahlen. Clemens Binninger konnte dem nicht zustimmen: "Ihre Zahlen berufen sich auf die Täter nicht auf die Straftaten. Wenn ein Jugendlicher mehr als eine Tat begangen hat, wird das nicht berücksichtigt".

Die Gewaltkriminalität, also Straftaten wie zum Beispiel schwere Körperverletzung, habe in den letzten zehn Jahren um 15 Prozent zugenommen, Straftaten wie zum Beispiel leichte Körperverletzung und Bedrohung in den letzten vier Jahren um 17 Prozent. "Jugendliche haben heute eine viel größere Gewaltbereitschaft. Besonders Sorgen machen uns aber die Intensivtäter", so Clemens Binninger.

Die Ursachen für Gewalt seien sehr vielfältig. "Eigene Gewalterfahrungen in der Familie, fehlende Werte oder auch eine fehlende Perspektive lassen viele Jugendliche zu Kriminellen werden", sagt Clemens Binninger.

Was kann aber dagegen getan werden? Ist der so genannte Warnschussarrest, eine kurze Haftstrafe, die gegen Jugendliche neben einer Bewährungsstrafe verhängt werden soll, eine gute Lösung?

Warnschussarrest in der Kritik

Dr. Joachim Werner: "Ich halte den Warnschussarrest für keine gute Idee. Der vergleichbare Jugendarrest hat eine Rückfallquote von über 70 Prozent, die Bewährungsstrafe dagegen nur von 23 Prozent".

Clemens Binninger setzt an einem anderen Punkt an. "Bewährungsstrafen werden von vielen nicht ernst genommen. Es müssen Strafen her, die für die Jugendlichen im Alltag spürbar sind, zum Beispiel ein Fahr- oder Handyverbot". Die Gerichtsverhandlung müsse außerdem gleich auf die Tat folgen. "Wenn drei oder fünf Monate dazwischen liegen, ist das viel zu lang", so Clemens Binninger.

In einem Punkt waren sich beide Redner einig: Gute Vorarbeit ist notwendig, um die Jugendgewalt in den Griff zu bekommen. "Eine gute Schulbildung und soziale Kontakte sind sehr wichtig", sagt Dr. Joachim Walter.

"Prävention muss sein. Besonders wichtig ist, dass die deutsche Sprache erlernt wird. Denn ohne gute Deutschkenntnisse ist es schwer, einen Abschluss zu bekommen. So findet man keine Arbeit, kann nicht am Konsumleben teilnehmen und wird, wenn es schlecht läuft, kriminell", so Clemens Binninger. Die Familien der betroffenen Jugendlichen müssten außerdem viel stärker mit eingebunden werden. "Was bringt Prävention, wenn alles in den Familien wieder kaputt gemacht wird".

Dr. Harald Braun Dr. Helmut Ranacher Dr. Herbert Honsowitz
Berthold Huber Hans-Werner Busch Andreas von Buelow
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Jürgen Rose Dr. Dieter Hundt Berthold Huber
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Dr. Volker Kefer Winfried Hermann Winfried Kretschmann

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